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Stricken ist mein Yoga und meine Meditation

Seit geraumer Zeit macht der Hashtag #strickenistmeinyoga (oder auf englisch #knittingismyyoga) auf Social Media die Runde. Nicht ohne Grund ist er so beliebt, denn Stricker:Innen können diese Aussage sofort nachvollziehen. Stricken ist eine achtsame Tätigkeit, denn es fordert Konzentration. Zudem beruhigt es, und ein Projekt fertigzustellen ist einfach ein wunderbares Gefühl.

Aber steckt auch wirklich etwa hinter diesem Bauchgefühl? Kann Stricken buchstäblich mit Yoga oder Meditation gleichgesetzt werden, und wirkt es sich messbar positiv auf Geist, Körper und Seele aus? Das Spannende ist, - es gibt bereits mehrere wissenschaftlich auf der ganzen Welt durchgeführte Studien, die die Wirkung des Strickens auf unser Gehirn uns unsere Psyche erforscht haben. Werfen wir daher einen Blick auf die nüchternen Fakten.

Stricken beruhigt und wirkt stressreduzierend. Laut einer Harvard-Studie von 2007 versetzt Stricken unser Gehirn in einen Zen-Zustand, der von Psychologen auch ‘der Flow’ genannt wird. Mit beiden Händen Masche für Masche zu stricken, führt uns unweigerlich zur Entschleunigung.

Die rhythmische Wiederholung unserer Handbewegungen und sogar das Klappern der Nadeln, aktivieren all unsere Sinne. Stricken beruhigt unseren Geist und hält ihn dennoch wach, weil das Zählen der Reihen oder der Musterteile Konzentration verlangt. Doch nicht nur deswegen, - unser Gehirn mag rhythmische Bewegungen einfach, weil sie vorhersehbar sind und uns damit ein Gefühl der Sicherheit geben.

Stricken ist mein Yoga und meine Meditation

Stricken ist eine achtsame Tätigkeit in sich selbst. Die Evolution hat uns unsere Hände als ausführende Organe unseres Gehirns mitgegeben. Mit unseren Händen etwas zu erschaffen, hat zu unserem Menschwerden beigetragen, uns buchstäblich auf neue Ideen gebracht und dafür gesorgt, dass unsere Gehirne wachsen konnten.

Wenn wir stricken, richten wir unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf den Fadenlauf und Bewegungen unserer Stricknadeln. Wir führen die Spitze unserer Arbeitsnadel in die Masche ein, holen das Garn und erschaffen eine neue Masche. Immer wieder. Dabei wird in unserem Gehirn ein ganzes Feuerwerk an Glückshormonen wie Dopamin und Serotonin gezündet. Den Geist auf einen sich wiederholenden Prozess zu lenken, wird heute von Psychologen als Grundlage jeder achtsamer Tätigkeit angesehen.

Regelmäßiges Stricken beugt schlaflosen Nächten vor. Eine weitere Studie aus Großbritannien mit über 3000 Stricker:Innen zeigte, dass drei Viertel der Menschen sich deutlich weniger gestresst fühlten und besser schliefen, wenn sie mindestens dreimal wöchentlich je eine halbe Stunde strickten.

Unser Schlaf wird nämlich zu einem großen Teil von unserer Lebensweise beeinflusst. Wer Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen hat, sollte vor dem Schlafengehen 20 Minuten bis eine halbe Stunde lang stricken und dazu auf eine bewusste, tiefe Atmung achten. Nach bereits sehr kurzer Zeit setzt im Gehirn dabei eine ähnliche Wirkung ein wie bei Yoga, Tai Chi oder auch Meditation: Wir sind völlig in unsere Arbeit versunken, die schädlichen Stresshormone in unserem Blut verschwinden nach und nach und damit auch die aufwühlenden Gedanken, innere Unruhe und Ängste. Puls und Blutdruck sinken automatisch ab, Entspannung setzt ein.

Stricken stärkt das Selbstbewusstsein. Neueinsteigern mögen die Stricknadeln und die fließenden, rhythmischen Bewegungen zunächst ganz schön kompliziert erscheinen. Aber Stricken ist im Grunde ganz einfach. Zwar gibt es Abertausende von Strickmustern, doch in weniger als einer halben Stunde lernst Du, wie man Maschen anschlägt und eine rechte Masche strickt, - und schon kann es losgehen. Ist erste Strickstück einmal fertiggestellt, belohnt Euch das Gehirn sofort mit einer weiteren Ausschüttung von Glückshormonen.

Stricken ist mein Yoga und meine Meditation

Stricken verleiht Eurer inneren Individualität zudem äußeren Ausdruck. Billige Massenware kaufen kann nämlich jeder. Wenn Ihr Euch Euren Schal, Mütze oder Pulli aber selbst strickt, werdet Ihr mit ein wenig Strickpraxis schon bald gefragt werden, wo Ihr dieses tolle Kleidungsstück denn her habt.

Stricken kann Depressionen und Demenz mildern. Regelmäßiges Stricken führt zu messbaren Veränderungen im Gehirn. Und kleine Veränderungen können große nach sich ziehen. Wer eine Strickarbeit plant, muss zuvor nämlich kreativ nachdenken, vorbereiten und organisieren. Die passenden Nadeln müssen gesucht werden, das richtige Garn ausgesucht und schließlich will auch das Strickmuster gewählt werden. Wer in der Lage ist, diesen Bereich seines Lebens lustvoll und kreativ zu organisieren und sich über jeden kleinen, aber steten Fortschritt freuen kann, der kann auch andere Bereiche seines Alltags mit derselben kreativen Herangehensweise wieder überschauen und in den Griff bekommen.

Die koordinierten Bewegungen mit beiden Händen sorgen dafür, dass sich neue Verknüpfungen im Gehirn bilden. Diese wiederum führen zu einer erhöhten Konzentration. Gleichzeitig wandern unsere Augen ständig von links nach rechts und zurück. Dieser Augenaktivität sagen Wissenschaftler nach, dass sie unsere Gedächtnisleistung verbessert. Wer häufig zu den Stricknadeln greift, reduziert einer weiteren US-Studie nach sein Risiko, an Demenz zu erkranken um 40 Prozent.

Stricken wirkt sich also nachgewiesenermaßen positiv auf unsere geistige und damit auch körperliche Gesundheit aus. Egal, ob Ihr häufig unter Stress- und Angstzuständen leidet, oder einfach daran interessiert sein, mehr Achtsamkeit in Euer Leben zu bringen, - die Kunst des Strickens kann Euch auf diesem Weg ein großartige Hilfsmittel sein. Eine kontemplative Strickpraxis dient als tägliche Meditation, bei der Ihr dem Rhythmus der Nadeln erlaubt, das Gehirn zu übernehmen und Euch dem Hier und Jetzt hingebt.

Unsere Mindful-Kollektion an Stricknadeln ist aus nachhaltigem Edelstahl gefertigt. Sie fühlen sich nicht nur wunderbar an, sondern sind sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Meditative Worte auf jeder Nadel wie ‘atme’, ‘erforsche’ oder ‘träume’, triggern unseren Geist, in den „Fluss“ zu kommen. Masche für Masche. 

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